Wie funktioniert das mit den Tonbandstimmen?

 

 

Zu Beginn möchte ich ohne eigenen Kommentar ein Tonbandstimmen-Experiment beschreiben wie es seit Friedrich Jürgensons Versuchen weltweit durch interessierte Hobby-Forscher wiederholt worden ist.

 

 

Was wird für eine klassische Einspielung benötigt?

 

  1. Ein Kassettenrecorder mit CUE/REW Funktion
  2. ein Mikrofon
  3. eine Schallquelle für ein Hintergrundgeräusch
  4. eine leere Kassette

 

 

 

 

Erklärungen:

 

Zu 1.

 

Es gibt Kassettenrecorder oder Diktiergeräte, welche im Wiedergabemodus zusätzlich das Drücken der Rückspul-Taste gestatten. Dabei läuft das Band für die Dauer des Niederdrückens der Rückspultaste blitzschnell am Tonkopf rückwärts vorbei und lässt die soeben gehörte Bandstelle sofort nach Loslassen der Rückspultaste erneut hören. Mit etwas Geschick und Übung kann man damit winzige Bandstücke zurückspulen und sich durch wiederholte Aktionen immer wieder die selbe Bandstelle anhören. Damit erzielt man eine Überprüfung, ob das soeben Gehörte tatsächlich auf dem Band ist, oder ob man sich geirrt hat. Es gibt heute modernere Verfahren, die ich im Kapitel über PC-Arbeit beschreibe.

 

Zu 2.

 

Ich empfehle Ihnen für die Versuche möglichst ein separates Mikrofon, weil eingebaute Mikrofone häufig die Motorgeräusche des Recorders mit übertragen und damit die Verständlichkeit der Einspielungen verschlechtern. Es eignet sich praktisch jedes Mikrofon. Besonders gut geeignet sind Mikrofone, die den Sprachbereich bevorzugt übertragen. Es gibt keine Supermikrofone für Tonbandstimmen. Einige Eigenbau-Verstärkermikrofone leisten recht gute Dienste, auch einige spezielle Bauformen (Trichtermikrofone) sind gut geeignet, aber nicht wegen ihrer geheimnisvollen Elektronik, sondern weil der Trichter das Frequenz-Spektrum beschneidet und damit eine gute Wort-Verständlichkeit ergibt. Die Ergebnisse sind in jedem Falle möglich, auch ein Diktiergerät mit eingebautem Mikrofon brachte mir gute Stimmen. Über die technischen Einzelheiten berichte ich in der Technik-Ecke.

 

Zu 3.

 

Auch ein leerer Raum ist eine Schallquelle. Wenn niemand etwas sagt, so ist doch ein Raumgeräusch vorhanden. Entweder das Ticken eines Weckers, das Gezwitscher Ihrer Wellensittiche, ein laufender Wasserhahn, ein Blubbern der Aquarienpumpe usw. usf. Wenn es ganz leise im Raum ist, dann regelt sich der kleine Mikrofonverstärker im Recorder voll auf und das Mikrofon nimmt die leisesten Geräusche war. Im äußersten Falle wird die Verstärkung so groß, dass der Verstärker ein starkes Eigenrauschen produziert, in dem sich auch Stimmen manifestieren können. Andere Geräuschquellen sind der bewusste Einsatz von fließendem Wasser, auch eine Aquarienpumpe produziert endlose Stimmen. Ein Radio, welches im Kurzwellenbereich betrieben wird und dabei auf ein möglichst dichtes Gemisch aus fremdsprachigen Sendern eingestellt wird, leistet dabei hervorragende Dienste. Je undeutlicher das Gebrabbel der verschiedenen Sender ist, desto besser ist das Ganze für die Stimmen-Erzeugung. Wir nennen solche Hintergrundgeräusche Rohmaterial. Eine Sonderform solch eines Kurzwellenempfängers ist das Psychofon

 

Zu 4.

 

Warum eine leere Kassette?  Obwohl es in der Praxis fast nie vorkommt, besteht zu einem winzigen Prozentsatz die Gefahr, dass bei einer bereits benutzten Kassette der Löschvorgang nicht vollkommen perfekt ist und Reste einer alten Aufnahme erhallten bleiben. Bei Tonbandstimmen-Einspielungen könnte das zu Verwechslungen mit paranormalen Botschaften führen, wenn also eine schlecht gelöschte Textpassage beim Abhören nach einer Einsspielung hörbar bleibt und dem Experimentator einen Erfolg vorgaukeln würde. Um vollkommen sicher zu gehen, ist also die Verwendung einer unbespielten Kassette zu empfehlen.

 

Einige Begriffe, die immer wieder auftauchen.

 

Seit Jürgenson hat es sich eingebürgert, die Aufnahme von Tonbandstimmen als „Einspielung“ zu bezeichnen. Das Rückspulen des Bandes bei Wiedergabe mit zusätzlich gedrückter Rückspultaste wird als „Repetieren“ bezeichnet.

 

Diese Begriffe sollte man sich gut merken, weil sie in der gesamten Literatur zum Thema Tonbandstimmen immer wieder verwendet werden.

 

 

Der  Verlauf einer Einspielung

 

Da die meisten Tonbandstimmenfreunde davon ausgehen, dass es sich bei den Tonbandstimmen um Stimmen von Verstorbenen handelt, möchte ich eine Einspielung unter Berücksichtigung dieser Annahme beschreiben.

 

Voraussetzungen

 

Alle technischen Hilfsmittel sind vorhanden. Ich beschreibe eine Einspielung mit Hilfe eines Radios.

 

Im Raum befindet sich der Einspieler (allein oder mit Gästen) und stellt zunächst ein geeignetes Hintergrundgeräusch ein. Dazu sucht er im Kurzwellenbereich ein möglichst starkes Stationsgemisch (am Nachmittag oder abends leicht zu finden). Die Lautstärke wird so gewählt, dass man sich im Raum noch gut und ungestört unterhalten könnte, ohne vom Hintergrundgeräusch übertönt zu werden. Die Gäste werden um absolute Ruhe gebeten, danach wird der Recorder auf Aufnahme gestellt. Nun stellt der Einspieler die Fragen an die von ihm erwählte verstorbene Person und stellt seine Fragen, die möglichst so zu formulieren sind, dass sie nicht nur mit ja oder nein beantwortet werden können. Es sind die so genannten W-Fragen. Wo bist du jetzt? Wer bist du? Wie geht es dir? Warum, Wohin usw.

Die gestellte Frage wird ebenfalls vom Recorder aufgezeichnet und man lässt daran anschließend den Angerufenen etwa 10 Sekunden Zeit zu antworten. Bitte nicht länger, weil sonst die Gefahr eines Selbstbetruges zu groß wird. Wenn ich nur lange genug warte, finde ich jede Antwort die mir passt. Die Praxis zeigt, dass Antworten unmittelbar nach dem Stellen der Frage erscheinen, manchmal bereits während man die Frage stellt. Lieber stellen sie mehrere Fragen nacheinander, jeweils mit einer Pause von ca. 10 Sekunden. Beim späteren Abhören des Bandes hören sie immer auch die Frage, was ihnen hilft zu entscheiden, ob die erhaltene Antwort überhaupt einen Bezug zur Frage hatte. Sie müssen selber immer sehr kritisch sein und immer überprüfen, ob sie die Antwort als inhaltlich bezogen akzeptieren können oder nicht. Dass sie keine Antworten erhalten, also, dass kein Kontakt zustande kam, ist leider sehr häufig. Paranormale Phänomene lassen sich nicht erzwingen oder sonst wie auf Kommando herbeiführen. Das ist ein Problem auch bei öffentlichen Demonstrationen, aber manchmal hat man auch dabei Glück.

Nach der Beendigung ihrer Einspielung fahren sie das Band zurück und hören sich alles an. Sie hören zunächst ihre Frage und in der darauf folgenden Stille müssen sie lernen, aus dem Hintergrundgeräusch sinnvolle Antworten zu entziffern. Wenn Sie glauben, etwas Sinnvolles gehört zu haben, müssen sie diese Stelle des Bandes unbedingt erneut abhören, also repetieren und so oft anhören, bis sie sicher sind: hier war etwas oder hier war nichts. Dieses Abhören des Bandes zählt zu den schwierigsten Elementen der gesamten Tonbandstimmenforschung. Tatsächlich entwickelt sich im Laufe der Zeit ihr Gehör und es fällt ihnen leichter zu erkennen, ob es eine Antwort gab und welches der Inhalt war. Ohne Übung werden sie hier erfolglos bleiben. Es gibt so genannte Beispiel-Kassetten mit Tonbandstimmen, die ich an späterer Stelle beschreibe.

 

Es gehört auch eine Portion Glück dazu, gleich bei der ersten eigenen Einspielung einen Erfolg zu haben. Meist klappt es nicht sofort, oder man überhört die Botschaft, weil das Ohr noch nicht geschult genug ist. All unsere Sinnesorgane sind selektiv, das bedeutet, man kann sich beim Hören auf einen ganz bestimmten Frequenzbereich konzentrieren und nimmt die Störungen daneben nicht mehr wahr. Diesen Party-Effekt macht man sich auch bei den Tonbandstimmen nutzbar und trainiert das Ohr im Laufe der Zeit, immer schneller das Frequenzspektrum einzuengen und damit früher verstehbar zu machen. Das Erkennen der sprachlichen Inhalte ist dabei ein Kapitel für sich und wird von mir später noch ausführlicher behandelt.

 

Wir haben also nun unsere erste Einspielung hinter uns gebracht. Dieses Muster wurde und wird von tausenden Experimentatoren immer wieder in der beschriebenen Form angewendet und stellt auch die erfolgreichste Einspielvariante überhaupt dar. Man nennt es die Radiomethode, von der es abweichend noch die Psychofon-Methode gibt.

 

 

zur Übersicht